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Über die Grenze und noch viel weiter...

Da ich mir ja eigtl. ziemlich sicher bin, dass sich niemand außer meiner Familie in und um Obertshausen diesen Blog zu Gemüte führt und meine Lust auch irgendwie erschöpft ist, habe ich mehr als einmal drüber nachgedacht, es sein zu lassen.

Aber so habe ich später wenigstens für mich ein paar Erinnerungen in schriftlicher Form und falls doch noch zufällig jmd. hier herumfällt (außer denen, die Spam als Gästebucheintrag hinterlassen), dann könnt ihr ja einfach mal schreien, dass ich weiß, für wen sich die Mühe lohnt.

 Tja, was bin ich euch eigtl. noch alles schuldig:

- Die Peter-Gedächtnis-Abschlussfahrt nach Mendoza

- Meine Minen-Tour

- La Serena

 Vllt. bekomme ich es ja hin, die ersten beiden heute Abend noch unterzukriegen. Los gehts:

Für eine gelungene und zugleich äußerst entspannte und völlig partyunlastige Peter-Gedächtnisfahrt nehme man den Stein des Anstoßes und zwei treue Begleiter in Form eines Frank und eines Simons mit sich und packe alle 4 abends um halb zwölf in einen argentinischen Reisebus. Einen Spielfilm in voller Lautstärke, Problemen mit der Temperaturreglung und dem ersten Anflug von Übernächtigung später findet man die Helden des Geschehens um halb zwei Uhr morgens bei einiger Kälte auf einem Bergpass wieder: Willkommen an der chilenisch-argentinischen Grenze. Nach einem für südamerkanische Verhältnisse sehr kurzem Schlange stehen (diesmal sogar ohne Nummern zu ziehen!) wird man von einem Grenzbeamten freundlich des Landes verwiesen, um dann am Nebenschreibtisch bei seinem Kollegen mit 1.000 Stempeln wieder einreisen zu dürfen. Für das Koffer aus dem Bus werfen, drin rumwühlen und uns wieder ziehen lassen, wird immerhin noch ein Trinkgeld verlangt. Ein paar holprige und in meinem Fall der tragischen Weib-Hauptrolle schlaflose Stunden gehen also noch ins Land, bevor wir Mendoza erreichen. Für das richtige Zuteilen der Koffer zu ihren Besitzern können wir ein weiteres Trinkgeld loswerden, um dann die letzten chilenischen Pesos in die noch dubioseren argentinischen zu wechseln. Kurze Zeit später werden wir auch schon zur großen Freude der einheimischen Taxifahrer, da wir prompt mit zwei Koffern, zwei Wanderrucksäcken und vier normalen Rucksäcken und ein Taxi ohne jeglichen Kofferraum steigen, ohne einzusehen, dass es bei dem mickrigen Fahrpreis lohnen würde zwei Taxen zu nehmen - Student bleibt Stundent!

Erfreulicherweise kam uns auch die Hostel-Check-In Zeit von 14 Uhr mittags so ungelegen, dass wir also morgens um 8 Uhr stillschweigend über unserem Continental-Bärchen-Müsli das erste Mal über die Sinnhaftigkeit unseres Unterfangens nachdachten. Doch der Weg war klar: Heute sollte die Wine & Bike Tour stattfinden...pase lo que pase (was auch immer passiert!). So wurde also der Kopf nicht auf den Tisch im Frühstückraum gebettet, sondern nach draußen an die frische Luft (oder eher den McDonald's Geruch von nebenan) bewegt, um sich auf die Suche nach dem Tourismus-Büro zu machen. Dank unserer oftmals geprüften Kartenlesegenie Simon war auch das kein Problem. Und dann fing der sprachliche Traum an: Nach der 15 Min. Ansprache des Tourismus-Beauftragten hat sich wohl jeder von uns (außer Peter, der lieber im Vorraum den Sessel mit geschlossenen Augen bemeditierte) gefragt, warum Argentinier so einfach zu verstehen sind, wenn man aus Chile kommt.

Wenige Irrungen und Wirrungen, eine verschlafene (lt. Aussage Mitreisender aber mörderische) Busfahrt und dem Verlust des Sonnenscheins später, saßen wir auch schon auf unseren Bikes, um den mendozanischen Vorort Maipú mit seinen Wein-, Schokoladen- und Schnaps-Gütern, Fabriken und Verkaufsständen kennen zu lernen. Das Ganze stellte sich als recht unterhaltsame Sache heraus, sind die Jungs doch schnell von Wein auf Absinth und ich von Marmelade auf Schokolade umgestiegen. Das einzig negative war das Radfahren an sich, habe ich mich doch nach wenigen Metern gefühlt als seien meine Beine schon 100km geradelt - ich schiebe es einfach mal auf die Tagesverfassung! Nur die zu befriedigenden Fleischgelüste der Männer konnten an diesem Tag noch nicht recht gestillt werden - dafür aber das allgemeine Schlafdefizit.

Tag Nummer 2 wurde mit Teil Nummer 2 der Stadtbesichtigung begonnen, wobei ich eindeutig sagen muss, dass die 3 Tage vor Ort mir mehr südamerikanisches Feeling gegeben haben als die 3 1/2 Monate vorher in Chile. Nicht nur, dass es hier eine 4 stündige Siesta, Straßencafés und GRÜNE Parkanlagen gibt, es sind auch einfach zahllose Menschen in den Abendstunden unterwegs, so dass nicht alles düster und ungemütlich wirkt. Das Highlight des Tages erwartete uns jedoch mittags in Form eine wirklich kleinen Argentiniers, der sich traute, uns auf das Abendteuer eines Paragliding-Flugs zu begleiten. Damit konnte ich hier nach dem Ski fahren schon Nr. 2 meiner Lebensträume abhaken! Leider konnten wir nicht alle zusammen in unser Verderben gleiten, sondern mussten uns in zwei Gruppen teilen, so dass Frank und ich zuerst dem Schicksal in die Augen sehen mussten. Vorher mussten wir allerdings noch lernen, was es heißt, einen Allrad-Wagen wirklich zu benötigen! Das einzig gute war, dass nicht ich am Fenster gesessen habe, sonst wären die Schluchten, die sich ca. 1mm neben dem Rad befanden, mein nervliches Ende gewesen. Oben angekommen, machte ich mich also auf eine Einweisung gefasst. Stattdessen wurde ich in eine schon hundertmal benutzte Ausrüstung gesteckt, an meinen Flugbegleiter angeschnallt und bekam eine einzige Anweisung: Cuando te digo "corre" corres y no te sientas! (Wenn ich dir sage renn, dann rennst du und setzt dich nicht!)...entzückend. Man meine jetzt bitte nicht, ich hätte dich Möglichkeit gehabt, irgendetwas zu fragen oder gar zu denken. CORRE!

Und so sind wir dann losgerannt auf den Abgrund und hinter mir rief es nur "RENN, RENN, RENN...und jetzt SPRING". Das wurde auch Zeit, denn hinter den ersten Büschen, die auf mich zukamen, war nicht mehr viel. Aber was soll ich sagen: Das Ganze geht so schnell, dass keine Zeit zum Angst haben ist :D 

Danach ist es nur noch geil und entspannt, irgendwo in der Luft zu hängen, eine tolle Aussicht zu haben und mit einigen Sachen auf den Berg zuzurasen. Sobald ich die Gelegenheit habe, werde ich es auf alle Fälle wieder machen. 

Die Landung verhält sich dann ähnlich wie der Abflug, wenn man es den mit dem Rennen beherrscht und nicht wie mein Flugmitstreiter lieber mit den Knien bremst .

Nach diesem erholsamen Erlebnis hatten wir dann leider noch wegen ein paar obligatorischer Organisationsschwierigkeiten Stunden Zeit, bis die zweite Hälfte der Truppe ankam.

Abends bewegte die Männerwelt dann aber nur noch ein Thema: Fleisch mit Fleisch als Vorlage, Beilage, Nachtisch und zum Trinken.  Nachdem ca. 1200gr. Fleisch den Weg von Tisch in den Magen gefunden haben (meine Nudeln waren auch sehr gut ), sollte nun das Peter-Feier-Programm gestartet werden, das irgendwie vor dem Verlassen des Hostel-Zimmers im Bett endete...womit wir bei der absoluten Oberschlappe angekommen wären. So feiert die Jugend heute Abschied! Indem sie um 23 Uhr ins Bett geht und bis morgens um 9 Uhr schläft - jawoll!

Einem relaxten dritten Vormittag mit Fleisch folgte dann der erste Abschied, der einen ein bisschen traurig stimmte (ich darf das, denn ich möse ja immer rum, PETER DU OLLER). So trat unsere auf 3 Personen dezimierte Gruppe den Rückweg nach Santiago an, während Peter sein Glück in den nächsten Tagen lieber in Buenos Aires probieren wollte. Aber wie das Glück einem Reisenden, der nur schnell nach Hause will, immer treu ist, haben wir drei Std. unserer Heimfahrt vor und an der Grenze nach Chile verbracht, die meiner Meinung nach alles toppt, was man in Amerika findet. Die Einreisebestimmungen sind so strikt und doch so undurchsichtig formuliert, dass mehr als ein Einreisender das Opfer chilenischer Bürokratie wird. Obst und alle Produkte, die daraus herzustellen sind, dürfen nicht eingeführt werden, aber mit meiner Marmelade gab es kein Problem - logisch, oder? Nach 4 Schlagen, 1.000 Stempeln sowie Hand- und Reisegepäcksdurchleuchtung (Abschiebung muss genauso aussehen!) haben wir dann endlich auf das Ankommen hoffen dürfen (habe ich das Trinkgeld fürs Durchleuten erwähnt :D), was dann um zwölf Uhr nachts auch endlich der Fall war...

Und so ging meine Argentinien-Reise zu Ende, nur um euch morgen von meinen unterirdischen Minen-Eindrücken berichten zu können.

Denkt auch an die Fotos, danke <3

10.11.10 04:01
 


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