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So viel Sand und keine Förmchen: San Pedro de Atacama

Nachdem mein Live-Stream zur Rettung der 33 chilenischen Mineros gerade mein Internet zum Zusammenbruch gebracht hat, ist mein fast fertiger Artikel zu San Pedro im Nichts verschwunden. Auch wenn ich jetzt schon einen Monat Verspätung im Berichten habe, bin ich gerade nicht wirklich gewillt, ALLES nochmal zu schreiben. Deswegen gibt es hier eine abgespeckte Version über San Pedro. Beschriftete uns geordnete Fotos sowie den Bericht über meine Reise nach Temuco gibt es dann morgen im Laufe des Tages.

Mein Begleiter über meine Fiestas Patrias, the one and only Sven, schlug also mit solcher Wucht in meinen chilenischen Alltag ein, dass die Erde förmlich erbebte! Okay, das ist ein ziemlich blöder Witz für Chile, wenn man bedenkt, dass ich in der letzten Zeit zwei kleine Erschütterungen gab und man auch bei NUR 5,9 lustig auf seinem Stuhl wackelt. Jedenfalls ist es ein cooles Gefühl Besuch zu bekommen, weil man dann erst richtig merkt, wie sehr man sein Leben in der Heimat vermisst - das ist mir hier im "Alltag" nicht immer bewusst. Deswegen war es umso toller, dass wir, nachdem Sven zwei Nächte illegal auf meinem ungemütlichen Fußboden genächtigt hatte (mein Bett gibt wirklich nicht viel her ), haben wir uns also auf den Weg nach San Pedro gemacht - 4 Tage nichts als Wüste!

3 Std. Schlaf, einem Abholservice um 3 Uhr morgens, ungewisser Warterei am Flughafen und einem ewig verspäteten Bus später haben wir uns unser Ziel dann auch endlich erreicht - endlose Weite voller Nichts. Ich dachte wirklich nicht, dass Orte auf der Welt existieren, wo es einfach NICHTS gibt :D Immerhin haben wir unseren Hostelbesitzer Roberto kennengelernt. Dem typischsten und zugleich untypischsten aller Chilenen: Muskelshirt, Haare bis zum Hintern und einer unglaublichen Gelassenheit (ob sein übermäßiger Genuss von Wackelpudding in stoned gemacht hat, keine Ahnung). Das Ganze wurde von seinem äußerst fragwürdigen Gefährt (Auto wäre zu viel gesagt), dass neben der halben Wüste auch eine ganze Werkstatt beinhaltete, unterstützt. Allerdings muss man sagen, dass wir richtiges Glück mit unserer Unterkunft hatten!

Mit den Touren fasse ich mich mal ein bisschen kürzer und bitte euch einfach, die Tage mal meine Fotos anzuschauen, wenn ich sie denn sortiert und beschriftet habe (mit chilenischer Gemütlichkeit versteht sich!). Am ersten Tag sind wir Richtung Salar de Atacama aufgebrochen, dem drittgrößten Salzsee der Welt, in dem auch verschiedene Arten von Flamingos leben. Mittags sind wir dann bis auf 4500m Höhe gefahren, um uns zwei Lagunen anzusehen. Ich muss zugeben, dass ich noch nie so eine intensive Farbe gesehen habe und ziemlich beeindruckt war. Das Ganze wurde dann hier und da noch von ein paar Vicuñas (Lamaverwandtschaft) gespickt. Ein paar gemächliche Schritte später habe ich mich allerdings gefühlt, als ob ein ganzer LKW über mich gerollt ist - gute, dünne Höhenluft. Sven hat es immerhin noch zu einem Kurzsprint geschafft, ts!

(Wow, jetzt ist der erste Minero wieder an der Oberfläche - Wahnsinn!)

Nach einer weiteren kurzen Nacht sind wir morgens um 4 Uhr zu den Geysern del Tatio (sprich: GAY-ser) aufgebrochen. Sven wäre vorher zwar beinahe vor unserer Tür den Straßenhunden von "San Perro" zum Opfer gefallen, die gleich zu dritt auf ihn losgegangen sind (zu viel Sonne scheint aggressiv zu machen), und ich heldenmutig einfach die Tür hinter ihm geschlossen habe - sorry nochmal dafür ^^! Eine meinem Magen alles abverlangende Fahrt später standen wir bei -15°C bibbernd im Nebel, der aus den unzähligen Kratern strömte und haben uns wahrscheinlich beide gewünscht, im  heißen Wasser zu sein, anstatt ihm munter beim Blubbern zuzusehen. Sven hat das dann wenigstens etwas später auch in den heißen Naturbecken für Touris nachholen können meine Wenigkeit zierte sich zu stark!

Passend zu unserem wohlverdienten Mittagsschlaf stieß dann der Schrecken unserer nächsten 2 Tage zu uns: Peter. Frisch gelaunt und voller Tatendrang hat er sich dann erstmal in unsere neu erworbenen Kenntnisse von San Pedro einweihen lassen, um am nächsten Tag gemeinsam mit zu unserer "archeologischen Tour" rund ums Dorf aufzubrechen. Einige Ruinen im Sand und Steinwälle später haben Sven und ich dann noch dem Sandsturm getrotzt und sind (statt mit 30 Personen nur zu 3) mit Guide und Fahrer ins Valle de la luna aufgebrochen. Aufgrund des Windes, der wirklich alles nierderwehen wollte, was ihm in den Weg kam, konnten wir nicht die übliche Route nehmen, was allerdings auf Grund des kleinen 4x4 kein Problem war, da wir so die eher "untypischen und untouristischeren" Plätze erreichen konnte. Lediglich unsere nächtlich geplante Sternenoberservation in der Wüste fiel dem Sand zum Opfer.

Kaum in Santiago angekommen, standen wir schon vor der nächsten Challenge: Was tun am Bicentenario - der Feier schlechthin in Chile. Gefragt, geplant wollten wir dem Rest der deutschen Familie nach Pichilemu, dem chilenischen Surfers Paradise, nachreisen...auch das stellte sich als etwas schwieriger heraus, da sich leider kein Busunternehmen bereit erklären wollte, 2 Reisenden der letzten Minute ein Busticket auszustellen. Hinzu kam, dass unser freundlicher Nachtwächter, den ich als meinen Verbündeten in Sachen Sven und "illegaler Übernachtung" (ich darf niemanden bei mir nächtigen lassen), mich zwang, die Hausbesitzerin anzurufen und ihr brühwarm aufs Ohr zu drücken, dass mein Zimmer doppelt belegt ist...ein paar Belehrungen später hat er mir dann gnädigerweise erlaubt, die Nacht noch durchgehen zu lassen, so dass wir erst am nächsten Morgen mit Svens Sack und Pack mussten. Ohne ihn wäre ich wahrscheinlich einem Nervenkollaps erlegen und wäre niemals vollbepackt mit so ziemlich allem, was Sven mitgebracht hat, am nächsten Morgen nochmal an den Busbahnhof, nur um am Ende irgendwie ohne Ticket doch nach Pichilemu zu fahren (merke: in Chile ist aber auch GAR NICHTS ein Problem - sehr löblich!).

Nächstes Problem stellte unser Hostel dar, das nicht (wie in Google gezeigt) direkt in der Stadtmitte am Meer lag, sondern ca. 6km außerhalb am letzten Berg links. Doch auch dieses Hindernis konnte gemeistert werden, so dass wir zwei nette Tage am Strand mit Surfen (okay, wieder nur Sven) und alkohollastigen Beschäftigungen hatten. Man passt sich seiner Umgebung eben an. Bicentenario hat Sven deshalb größtenteils im Bett verbracht und ich in diversen Unterkünften aller Austauschstundenten Santiagos und am Ende auch endlich in der "Fonda", was einer Art umzäuntem Marktplatz mit Musik und noch mehr "Borrachos" entsprach.

Nach dieser erlebnisreichen Zeit musste ich Sven dann allerdings schon wieder ziehen lassen, hatte aber wenig Zeit für Abschiedstrauer, da sich direkt am nächsten Abend meine Mama angekündigt hat - doch das ist eine Geschichte für morgen

 Nachti an euch und vamos Chilepo'.

13.10.10 05:41
 


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