Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   Fotos :D


http://myblog.de/paulita-in-chile

Gratis bloggen bei
myblog.de





Erster Field Trip mit der Uni

So, um alles Verpasste des letzten Eintrags nachzuholen: Ich habe sie endlich - meine hübschige chilenische ID-Card. Jetzt bin ich also offiziell geduldter Ausländer in Santiago mit eigener Personalnummer. Wirklich toll ist an dieser Plastikkarte leider nichts. Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass ich nun sozusagen als Einheimischer Vergünstigungen bei Reisebuchung etc. erhalte. Aber da habe ich etwas daneben gelegen. Die Nummer ermöglicht es mir lediglich, jetzt überhaupt Buchungen und Käufe im Internet vornehmen zu DÜRFEN! Als Nicht-Chilene scheitert das Leben im Internet nämlich immer an dem Punkt, an dem man seine RUT zur Fortführung des nächsten Schrittes eingeben muss. Herzlich willkommen im Fortschritt! Naja, ansonsten lieben es die kleinen Leute hier, ihre Nummer überall angeben zu müssen: an der Kasse im Supermarkt, bei der Sportkurseinschreibung in der Uni (vllt. fahndet Chile Underground nach mir, wenn ich nicht auftauche), bei allem...

Freitag durfte ich dann wieder ein bisschen durch die weiten von Santiago irren, um meine Studentenkarte für die Metro zu beantragen, mit der ich dann endlich vergünstigt fahren kann. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viel Geld dieses Metro fahren kostet. Aber leider hat der Weg zur Uni diese undankbare Gehzeit von 30 Min. und abends will man dann auch eigtl. nur schnell nach Hause, wenn das Thermometer sich mal wieder überlegt von 16°C auf 3°C zu fallen. Jedenfalls bekomme ich das Teil in geschätzten 2 Monaten, so dass ich dann wenigstens 2 weitere noch ein bisschen Nutzen davon habe. 

Danach bin ich mit André (mein Mitstreiter, der ich zum Andenken an die FS aus Frankfurt mitgenommen habe), nach einem kleinen Umweg über den Food Plaza eines beliebten Einkaufszentrums, endlich zur ersten Stunde meines Finanzmathekurses gegangen. Drei Stunden später hatte ich André mit meinem breiten Grinsen fast von seinem Stuhl geworfen, wusste aber, dass ich diesen Kurs trotz unmenschlicher Zeiten (Mittwoch und Freitag 19-22 Uhr und Samstag 11-12.30 Uhr), einfach behalten muss. Offiziell ist er für das 5. Semester ausgeschrieben, aber nachdem wir 1 1/2 Stunden Jahres- in Tageszinsen und umgekehrt konvertiert haben, war ich mir nicht mehr ganz so sicher, was ich vom Niveau halten soll (verwöhnte Privatstundenten). Meine restlichen Kurse stammen auch irgendwie nur aus Semester 7 und 8...fraglich!w

Und dann war es endlich so weit: Samstag Morgen Field Trip mit der Uni. Ausgerüstet für eine Tour die 12-stündige Tour mit Fußbandage (Gruß an die Entzündung!), Schmerztabletten, Kamera, Lunchpaket guter Laune gings um 8.30 Uhr los. Zum Lunchpaket muss man sagen, dass sie Mayonnaise auf dem Brot obligatorisch ist - immerhin bin ich schon einen Monat hier und so weit eingefleischt, dass ich den größten Mayo-Konsumenten nach USA tatkräftig unterstützen muss. Während man im Supermarkt verzweifelt nach einer Alternative zu der einen angebotenen Shampoo-Sorte oder Sachen, die an deutschen Essen erinnern, sucht, kann man sich vor Mayonnaise (und Öl) kaum retten...allerdings gibt es hier keine Gläser wie bei uns zu Hause, sondern in riesigen Tüten mit Schraubverschluss. Leider finde ich im Internet gerade kein Bild, um euch das besser zu erklären.

Aber darum geht es ja auch eigtl. nicht Als erstes sind wir in einen Vorort von Santiago gefahren, um uns den Templo Votivo de Maipú und das dazugehörige historische Museum anzusehen. Letzten Endes handelt es sich hierbei um eine architektonisch außergewöhnliche Kirche, die wohl ein Zentrum der Marienverehrung ist. Stelle morgen dann auch entsprechende Bilder ein! Danach sind wir zu einem Dorf namens Pomaire gefahren, dass anscheinend ausschließlich von Touristen lebt, da man außer Läden mit Kunsthandwerk, typischer Kleidung und Restaurants mit chilenischer Kost nichts sehen konnte Haben dann auch mit 120 Personen in einem dieser Restaurants typisch chilenisch gegessen:Ich liste hier einfach mal ein bisschen was auf, um euch ein kleines Bild zu geben.

Zuerst gab es Chicha, ein Getränk, das aus Orangensaft, Mineralwasser und Alkohol bestand. So haben sie es uns erklärt und das möchte ich auch lieber so glauben, da ich gerade eine etwas andere Beschreibung auf Wikipedia gelesen haben - uaaah. Dann gab es natürlich Empanadas. Ein chilenisches Essen ohne ist undenkbar - eine ganze Teigtasche zu essen ist für mich unvorstellbar, da es im Inneren nur so von Zwiebeln wimmelt...zum Hauptgericht konnte man aus verschiedenen Gerichten wählen.

1. Cazuela de Ave: Eine Suppe mit Hähnchenschenkel, Maiskolben, Kartoffeln, Bohnen und Kürbis

2. Pastel de Choclo . Ein Maisauflauf, der mit Hackfleisch, verschiedenem Gemüse und tausend Gewürzen gefüllt ist.

3. Pollo con papas fritas: Ja, Brathähnchen mit Pommes ^^

Was hab ich gegessen? Richtig!

Zum Nachtisch gab es ein Getränk, dessen Namen ich nicht mehr weiß und deswegen auch nur aus meiner Erinnerung beschreiben kann. Unten im Glas befanden sich Körner und Haferflocken, darüber kam ein getrockneter Pfirsich und das ganze wurde dann entsprechend mit Pfirsich-Saft aufgefüllt. Chilenisch süß eben! Ah, habe es doch: Mote con Huesillo.

Weiter ging es Richtung Isla Negra, eine Stadt an einer Küstenspitze, in der Pablo Neruda gelebt hat. Habe euch ja schon erzählt, dass Chilenen ganz verrückt spielen, wenn eine Sache etwas mit Pablo Neruda zu tun hat und so auch hier. In kleinen Gruppen haben wir uns dann durch sein Haus am Strand führen lassen. Aufgebaut ist es wie das Museum in Santiago (davon habe ich geschrieben), aber das komplett verglaste Schlafzimmer mit Sicht aufs Meer war irgendwie schon ein wenig dekadent. Nach Erholungsphase am Strand ging es dann wieder Richtung Heimat. 

Dort fing der übliche Wochenendtrubel an: Wo gehen wir hin? Da ein Großteil unserer Intercambios aus Brasilien kommt, wollten wir daher in eine brasilianische Bar gehen. Da dieser Ort aber anscheinend doch nicht exisitierte, sind wir schließlich in einer der vielen ranzigen Eckkneipen im Partyzentrum Bella Vista gelandet. Da mir nach so viel frischer Luft und mit meinem dicken Fuß nicht nach Tanzen zumute war, habe ich im "Love Paradise Beeringer" einem Filmabend beigewohnt und (da ich kategorisch beim Filme schauen eingeschlafen bin) dann auch gleich die Augenpflege an ort und Stelle betrieben. So habe ich dann heute Morgen nach über 24 Std. auch mein Zimmer mal wieder gesehen.

Heute Mittag bin ich dann mit Carolin (auch Intercambionista) noch einmal zum BioBio-Markt gefahren, um mich für unsere Ski-Tour am Freitag (bäh bäh bäh: ich gehe in den Anden Ski fahren!) auszurüsten. Eine Polarstrumpfhose, einem Paar Wintersocken mit Laufsohle für Zuhause, zwei Mützen, drei Sonnenbrillen (nein, ich brauche sie bestimmt alle!) und 10.000 Pesos weniger (15€ :D), bin ich schließlich wieder hier gelandet und freue mich wahnsinnig auf mein Bett. Die nächste Woche wird nochmal knackig mit Kursen anschauen und Spanischprüfung...

Muss mich an dieser Stelle mal entschuldigen, dass ich so vielen noch kein wirkliches Lebenszeichen gesendet habe. Ich denke wirklich oft daran, aber ich bin wirklich zu 90% meines Tages einfach beschäftigt und in den 10 Min. Ruhe vor dem Schlafen gehen, freue ich mich oft einfach nur auf 10 Seiten lesen und dann finito. Aber ich habe diese Woche am Mittwoch auch frei und werde dann endlich mal ein paar persönliche Mails mit Skype-Anfragen um die Welt schicken. Außerdem hängt der Großteil in meinem Zimmer an der Wand, so dass ich euch doch irgendwie jeden Tag sehen kann!

Großen Kuss und eine Eistüte <3

16.8.10 04:49
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung