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Behördengänge, Unistart und Vorteile einer Gringa

Nachdem ich jetzt schon fast eine Woche kein Lebenszeichen mehr gebloggt habe und morgen früh kein fester Termin (außer der mit der Apotheke) ansteht, nehme ich mir mal wieder ein wenig Zeit um die ganzen Dinge der letzten Woche festzuhalten. Der Eintrag könnte daher etwas länger ausfallen.

Am letzten Dienstag war es endlich so weit: Ich konnte meine chilenische ID-Card beantragen. Die Aufregung wich allerdings ziemlich schnell einer Verunsicherung, da ich es nicht einmal bis in den von der Uni organisierten Bus geschafft habe :D der Stempel mit meinem Einreisedatum von Chile ist leider nicht eindeutig lesbar, so dass ich (laut Aussage der Studienbetreuung) keine Genehmigung für eine ID-Card bekommen hätte. Auch meine anderen 3000 Zettel, die mit Stempel bestätigen, dass der 17. Juli mein Einreisedatum ist, hätten mir nicht viel geholfen. 

Also wurde ich mit einer kleinen Gruppe ausgemustert und durfte eine Sondertour durchlaufen. Das Wort Sondertour baute sich vor meinem inneren Auge zu einer riesigen Zeitspanne auf - immerhin musste ich zu chilenischen Behörden, bei denen man sich ja nicht mal sicher sein kann, ob überhaupt gerade jmd. arbeitet

Jedenfalls durfte ich nun 4 statt nur 2 Behörden abklappern. Zuerst ging es zur internationalen Polizei, die nichts Anderes getan hat, als eine Stunde zu brauchen, um sich die Einreise von 9 Studenten nach Chile vom Flughafen bestätigen zu lassen. Prima! Danach ging es zu einer weiteren Polizeistelle, deren Name irgendwie nicht viel über die Tätigkeit aussagt. Jedenfalls wurde uns hier ein "Reisedokument" ausgestellt, dass offiziell bestätigt, an welchem Tag wer eingereist ist.

An der dritten Stelle angekommen, wurde jedem eine Urkunde zur Überprüfung der Gültigkeit des Visums ausgestellt. Hier habe ich auch mein erstes richtig hässliches Foto bekommen danach wurde der ganze Papierkram einmal schnell kopiert, um dann endlich zur eigentlichen Antragsstelle für das "Cédula Extranjero" gehen zu dürfen.

Man muss natürlich sagen, dass diese ganzen Ämter über die halbe Stadt verstreut sind und man mit laufen und warten eine ganze Zeit verbringen kann. Warten gehört hier immer noch nicht zu meinen Stärken - leider! Jedenfalls waren so schon 4 Std. ins Land gegangen. Jedoch hat die Hälfte der Gruppe mit "problemlosen" Stempel noch in der Wartehalle gesessen, da in einer Stunde nur ca. 20 Leute "abgefertigt" werden konnten. Da man hier in Chile für alles eine Nummer ziehen muss (ja, so stelle ich es mir beim Arbeitsamt vor, sorry), sogar um in der Drogerie an die Kasse zu dürfen (!), konnte ich aus meiner Kundennummer ersehen, dass ich noch mind. 3 Stunden auf meine Antragsstellung warten durfte. Gott sei Dank haben vor mir einige Leute die Nerven verloren und das warten aufgegeben, so dass ich am Ende NUR 2 Std. mit warten verbracht habe. Dann endlich habe ich mein zweites hässliches Foto bekommen und habe brav Abdrücke von allen 10 Fingern gegeben. Hübsche Sauerei! Nach 6 1/2 Std. war ich dann endlich so etwas wie frei!

Jetzt muss ich zur Behördenverteidigung sagen, dass man seine beantragten Sachen wesentlich schneller erhält als in Deutschland. Meine Karte hole ich jetzt am Freitag schon ab. Ein Perso in 1 1/2 Wochen - undenkbar.

Abends wollten wir uns dann mit einer kleinen Feier belohnen. D.h., dass sich der Großteil der Intercambios abends zuerst in der legendären "Piojera" treffen wollte, um danach noch Carrete (so heißt hier Fiesta oder Besäufnis) zu machen. Die Piojera ist eine ranzige Hinterhofbar mit unvorstellbar betrunkenen Chilenen und auch ein paar Ausländern. Ein ziemlich gefährliches Pflaster, das man am besten möglichst unauffällig bekleidet und mit allen Wertgegenständen in den Hosentaschen betritt. Das Entscheidende hier ist aber die Getränkeliste: Terremoto und Maremoto (Erd- und Seebeben) - zwei ebenfalls typisch chilenische Getränke. Manche Leute rühmen sich, dass sie 3 trinken können, was 1 1/2 Litern entspricht also ganz ehrlich, ich hätte nicht mal einen Becher überlebt. Bestehen tut das Ganze aus Fernet, Wein und einer Kugel Ananaseis. Beim Maremoto kommt noch Minze dazu. Grausamer Kopfdreher! Da die Bar relativ früh schließt, wurde danach der Weg zu einer Karaokebar eingeschlagen. Da ich aber einfach nur müde war, bin ich relativ früh nach Hause gefahren.

Donnerstag und Freitag waren dann die Einführungstage von meiner Uni. Weil ich am Mittwoch natürlich mal wieder zu Miercoles Po' gehen musste, hatte ich recht wenig geschlafen und habe einige Vorträge am Donnerstag in der Uni einfach verschlafen die Einführung war auf einem Campus außerhalb von Santiago, d.h. ca. 30 Min. zusätzliche Anreise mit dem Bus in die Berge. Ich bin froh, dass mein Campus in der Innenstadt ist! Tja, ich dachte, dass es in Santiago selbst kalt ist, aber es ist kein Vergleich dazu, was man erlebt, wenn man noch ein paar Meter höher fährt. Meine Füße habe ich erst wieder gespürt, als ich abends im Bett lag. 

Programmpunkte Donnerstag: Fotos für Stundentenausweis und Gruppenfoto, Einführungsvideo der Uni, Video über Sehenswürdigkeiten in Chile (verschlafen), Mittagessen, einstündiger Vortrag über Chile (verschlafen), seltsame Videos über Machu Pichú (wer einmal wirklich schlechte Musik hören will, der suche "Los Jaivas" auf YouTube) und 2 Stunden Kennlernspiele, die sogar gewärmt haben und spaßig waren!

Abends habe ich mich dann noch völlig übermüdet mit den Sprachschulleuten ins Kino geschleppt. Ein Animationsfilm auf Spanisch, den ich nach der Hälfte sogar fast problemlos verfolgen konnte. Gott sei Dank musste ich Freitag erst etwas später raus.

Am zweiten Einführungstag haben wir unsere Tutoren kennengelernt, die für die Koordination unserer Kurse etc. zuständig sind. Meine Kurswahl steht erst am Donnerstag an, obwohl bereits heute die Vorlesungen beginnen. Leider kann ich auch nirgends einsehen, an welchen Tagen welche Kurse liegen. Ich befürchte, dass ich am Ende jeden Tag Uni habe und das mit dem Reisen gepflegt vergessen kann. Habe zwar nur 4 Kurse, doch finden diese alle 2-3x in der Woche statt und dass bis zu 3 Std. pro Vorlesung. Alles ziemlich unmöglich und kompliziert! André, ein Freund von meiner Frankfurter Uni, hat mir gerade seine Wahl durchgegeben. Die bestätigt ziemlich genau alles, was ich befürchte...Vorlesung bis 22.15 Uhr am Freitag und solche Schreckensnachrichten. Also ich möchte schon wenigstens Montag oder Freitag frei haben. Muss mich also mal überraschen lassen.

Nach dem Mittagessen haben wir dann die Bibliothek und die Sportmöglichkeiten kennengelernt. Werde mich am Mittwoch dann für Tennis einschreiben, wenn das irgendwie an meinen Vorlesungen vorbeigeht

Freitag Abend war dann in unserem Wohnheim zusammen mit ein paar Austauschstundenten meiner Uni erstmal grillen angesagt und um 1 Uhr sind wir dann auch mal in einen Club losgezogen (zu Hause denke ich um diese Uhrzeit schon das erste Mal über heimgehen nach, ts. Jedenfalls bin ich wieder wesentlich früher als die anderen gegangen, weil ich es einfach nicht bis 6 Uhr morgens aushalte. Habe dafür schon um 5 Uhr mein Bett getroffen. Bin am Samstag trotzdem erst seeehr spät aufgestanden, weil ich schon freitags gemerkt habe, dass mich die unheimliche Kälte in den Bergen langsam kränkeln lässt. Habe dann außer Einkaufen (Essen, Spiegel und 2 Ordnungssysteme) nicht mehr viel geschafft, bevor ich mich abends mal wieder mit den Sprachschulleuten getroffen habe, um dann wieder erst um 1 Uhr loszugehen. War ein lustiger Abend, da wir einen Club gefunden haben, in dem wir als Gringos enttarnt wurden (okay, nicht wirklich schwer ^^) und deswegen kostenlos und mit VIP-Eingang reinkonnten. Das ist wirklich das Gute hier: du musst einfach nichts für den Eintritt zahlen, wenn du eine ausländische Frau bist, hihi. Und wenn ich jetzt immer überall von dem Rest reinkomme, soll es mir auch recht sein.

Gestern ging es mir allerdings wirklich nicht mehr gut. Halsschmerzen und schlapp. Mittags waren wir dann auf einem Mercado. Das heißt, ein ganzes Viertel voller Fabrikhallen, in denen meterhoch gestapelt, Kleidung, Schuhe, Möbel, Fahrräder, Brillen, jeglicher Elektronikkram etc. blah blah verkauft wird, wirklich alles und das zu geringsten Preisen! Leider hat es den ganzen Tag geregnet und überall durchgezogen, so dass ich wieder zu einem Eisklumpen erstarrt bin. Haben danach noch Spiele für einen Spieleabend gekauft, in einem riesigen FoodCourt gegessen und sind dann zu einem Sprachschulfreund nach Hause, um zu gambeln Leider waren wir alle nicht so taufrisch und sind sehr schnell mit tausend Decken vor dem Fernseher gelandet, weil dieser riesige Raum wirklich null Heizung hatte.

Heute habe ich als Konsequenz über 10 Stunden geschlafen und sitze jetzt schon den ganzen Tag im Wohnheim und kränkel brav vor mich hin. Meine Nase läuft für zwei, der Kopf ist extrem dick, meine Untätigkeit nervt mich, weil alle in die Uni gehen können, nur ich nicht, weil ich einfach nicht weiß wann...es wäre jetzt gerade irgendwie toll, wenn jmd. hier wäre, der mich ein bisschen betüttelt. Stattdessen koche ich mir mal eine Krankensuppe und warte, dass irgendwas passiert. 

Drückt mir die Daumen, dass am Donnerstag alles gut geht mit der Kurswahl und ich Fächer finde, die mir Spaß machen und zu vernünftigen Zeiten liegen! 

2.8.10 06:45
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Fidschi (6.8.10 13:47)
Bin am Daumendrücken! Wird schon! =)

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