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Erste Besichtigungen und die SONNE

Puh, jetzt ist schon das zweite Wochenende in Chile zu Ende. Dieses Mal war es aber wesentlich bewegter als das letzte.

Nachdem ich am Freitag meinen Abschied in der Sprachschule mit tausend Küssen hinter mich gebracht hatte (in Chile küsst man sich zur Begrüßung und zum Abschied einmal auf die rechte Wange), dabei noch alle Telefonnummern und EMail-Adressen meiner Spanischlehrerin mitgenommen habe, konnte ich eigentlich einem schönen Wochenende mit viel Entspannung entgegenblicken.

Denkt man! Deutsch wie wir sind, hatten wir uns am Freitag Abend für 21 Uhr verabredet. Ich glaube, dass sich jeder gefragt hat, warum wir so eine Dummheit in Chile begehen, da man sich hier vor 23 Uhr nicht aus dem Haus traut zum "Verabreden", aber gut - wir wollte doch das Partyviertel von Santiago ausprobieren. Was macht ein Deutscher, wenn er noch 2 Stunden warten muss, bis irgendwo etwas los ist? Richtig: Er setzt sich in einer Bar an die Theke und trinkt ein Bier (in meinem Fall einen weiteren Pisco Sour). So saßen wir nun alle 5 nebeneinander vor unseren Gläsern und Erdnüssen und haben der Dinge geharrt.

Als uns schließlich die Zubereitungsart des Essens vor unserer Nase zu skurril wurde (man kann tatsächlich Sauerkraut auf Hamburger machen, sie mit Mayonnaise und Avocadocreme verfeinern etc.), sind wir dann doch Richtung Partyviertel gezogen. Da ich wusste, dass auch die Leute aus meinem Studentenwohnheim weggehen wollten, habe ich jmd. meine Telefonnummer mit der Bitte gegeben, mir Bescheid zu sagen, wo wir uns treffen können. Da dieser Bitte niemand nachgekommen ist, sind wir Sprachschul-Heinis dann doch unter uns geblieben  

In Bellavista angekommen, waren wir dann so genial, uns die schäbigste Bar von allen auszusuchen. Ein Stangengerüst mit Plane darüber und dem verwunderlichen Namen "Alien". So ungefähr hat man sich darin auch gefühlt, aber es war wenigstens warm und günstig. Eines hätte ich nur nicht machen sollen: die Toilette besuchen! Restliche Details erspare ich euch.

Das bringt mich aber nebenbei auf eine andere Sache, die ich schnell mitteilen möchte: Toiletten. Ich musste mich wirklich daran gewöhnen, das Toilettenpapier NICHT in die Schüssel, sondern in den Mülleimer daneben zu werfen, aber als ich dann öffentliche Toiletten benutzt habe, auf denen man sich vor dem Gang die entsprechende Menge Papier auf einem Behältnis vor der Kabine nimmt, weil es darin keins gibt...das wars ja vorbei. Dazu kommt, dass man die Kabinen an manchen Orten einfach nicht abschließen kann. Auch die Herren haben mir ähnliche Köstlichkeiten erzählt. Also wirklich

Ja, geschlagene 10l Bier später (für mich nur einen weiteren Pisco!) haben wir dann auf Empfehlung auch den Weg in einen Club gefunden, der allerdings so schnell nicht mehr zu unserem Stammziel wird! Zwar war er an sich wirklich schön, aber die Live-Musik und die Menschenmassen haben uns doch ganz schön zugesetzt. Ich denke nicht, dass es hier eine Beschränkung für die Personenanzahl in einem Raum gibt: Jedenfalls müssen Chilenen sehr oft von einem zum anderen Ort gehen, was die Füße und Bäuche (weiter kommen die Chilenen in deutscher Körpergröße nicht!) der doch eher an der Bar sesshaften Deutschen sehr in Mitleidenschaft gezogen hat!

Daher waren wir auch eher früher als später wieder aus dem Schuppen draußen. Dass man leider jedes Mal wie eine Rauchbombe riecht, ist auch nicht zu vermeiden. Pro Rauchverbot in diesem Punkt! Nachdem wir dieses Mal an einen ehrlichen Taxifahrer geraten sind, habe ich für die doppelte Strecke nur den halben Preis gezahlt (alles im Vergleich zur letzten Party). Sachen gibts!

Trotzdem waren wir nicht fähig, uns für Samstag vor 15 Uhr zu verabreden. Wenigstens habe ich dann endlich mal die Innenstadt und Fußgängerzone rund um die Plaza de Armas kennengelernt und den Fischmarkt. Ich mochte Fisch ja nie, aber seit ich weiß, was man alles aus dem Meer holen KANN, überlege ich mir sogar das mit dem Schwimmen gehen in Zukunft nochmal...okay, so schlimm ist es nicht, aber wow, was so alles lebt!

Nachmittags sind wir dann zum Cerro San Cristóbal gewandert. Eigentlich wollten wir die Stunde hinauflaufen, sind dann aber wegen der Lichtverhältnisse doch mit einer Art Tram hinaufgefahren. Für Höhenangst geplagte Menschen keine gute Idee, da auch die Sicherheit der Technik fragwürdig war. Oben angekommen, hat man wirklich einen absolut fantastischen Blick über diese 5 Millionen Menschen Stadt, wobei Stadt hier schon gar nicht mehr richtig greift! Bei der untergehenden Sonne war das dann noch doppelt schön. Da wir unser amerikanisches Küken Daniela (15 Jahre) um halb sieben wieder abgeben mussten, sind wir danach noch auf einen schönen deutschen Feierabend-Pitcher (für mich dieses Mal Cola und Wasser ) eingekehrt. Die Frage, war mal wieder am lautesten war, beantworte ich hier nicht.

Weil weit gewanderte Personen auch zu Hunger neigen, sind wir dann nebenan auf einen Imbiss und den zweiten Pitcher eingekehrt. Suche ich mir die falschen Freunde? 

Nach einem dennoch frühen Feierabend, haben wir uns dann heute morgen getroffen, um nach Viña del Mar zu fahren, also ans Meer. Dickstens eingepackt haben wir nach 1 1/2 Stunden Fahrt eine kleine Überraschung erlebt: Sonne und Wärme! Auf eine schöne Innenstadt mit viel grün sind wir dann schließlich auf den Strand gestoßen und mussten natürlich erstmal mit den Füßen testen, wie kalt der Pazifik denn nun wirklich ist. Kalt! Mit viel Sand und ein paar nassen Hosen sind wir dann auf Beisichtigungtour zu einem Castillo gezogen, welches aber leider zur Zeit renoviert wird. Nach einem ausgezeichneten Mittagsessen haben wir uns dann am Strand die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, sind im Wasser spazieren gegangen, haben Eis gegessen und...das alles im T-Shirt! Es war der Wahnsinn. Wie ein bisschen Urlaub. Bin schon etwas neidisch, dass ich nicht dort studiere (was ich hätte tun können), denn zurück in Santiago habe ich gleich wieder alle 4 Schichten angelegt. Werde definitiv nochmal hinfahren, denn der Bus ist supergünstig und wirklich gut.

Das einzig negative, was mich die letzten zwei Tage begleitet, ist ein schmerzender linker Fuß. Fing gestern auf einmal an und hat sich heute, trotz gewechseltem Schuhwerk, immer weiter durch den Fuß gezogen. Unser schlauer Medizinstudente faselte irgendwas von "Sehnenscheidenentzündung vorbeugen" und wir mich morgen dann wohl mal cremen und tapen mit seiner Reiseapotheke. Hoffe mal, dass es sich die Tage verzieht.

Werde mich jetzt noch zum socialisen ins Wohnzimmer begeben, weil hier um halb eins gerade gegrillt wird.

Ist eigtl. irgendjemand daran interessiert zu wissen, wen ich mit "wir" immer meine? Dann würde ich den Pappnasen-Sprachschul-Verein mal kurz vorstellen

26.7.10 06:38


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Miercoles Po' oder so - Fiesta en Chile

Um Himmels Willen, ich habe eben einfach mal 3/4 meines Eintrags gelöscht und darf föhlich nochmal anfangen, argh.

Sitze gerade in meinem Zimmer und lausche den Kommentaren aus dem Wohnzimmer, die gerade verschiedene Musikvideos aus den 80ern bewerten. Wenn ich bedenke, dass das Ganze ca. 20m und drei Türen von mir weg ist, finde ich chilenische Baukunst doch immer wieder erstaunlich. Gestern waren wir in einem Restaurant essen, dessen Wände mit Klebeband für Pakete zusammengehalten wurde. Mysteriös! Mein halbes Hähnchen habe ich dann auch eher unfreiwillig gegessen, weil ich vorher noch ein paar Federn entfernen musste, aber wenigstens waren die Pommes so fett, dass es nichts mehr ausgemacht hat, Aioli draufzuschmieren

Suche mir jetzt auch noch ein wenig Essen aus meinen tausend Tüten zusammen. Auch so ein Phänomen! Es kommen max. 5 Gegenstände in eine Tüte (hier werden die Sachen ja vom Personal eingepackt), so dass man mit 10 Tüten aus dem Laden geht und in einer Woche eine Müllbeutelsammlung für 2 Jahre anlegen kann.

Was ich aber eigentlich erzählen wollte: Habe gestern meine erste Fiesta mitgemacht und sogar überlebt ^^ eher schlecht als recht, aber immerhin! Das Ganze findet jeden Mittwoch statt und nennt sich Miercoles Po' (Miercoles steht für Mittwoch und Po' ist ein chilenischer Wortzusatz, der in etwa "dann" bedeutet und wahrscheinlich so etwas wie ein deutsches "ne" ist). Es wird wohl für ausländische Studenten organisiert, aber eigentlich kann jeder kommen, so dass im Endeffekt natürlich mehr halbnackte Chilenen anwesend sind.

Da die Orte wechseln, waren wir gestern in einem Salsaclub und hatten vor der Fiesta noch einen Gratis-Salsakurs für Ausländer xD Wie Deutsche aussehen, wenn sie Salsa tanzen, muss ich hoffentlich keinem sagen. Ich habe mich nicht wirklich gut gefühlt, obwohl ich das Elend ja schon ein paar Mal in der Tanzschule miterleben durfte!!! Aber so weit war alles gut, bis zu dem Moment, als mich der Tanzlehrer in die Mitte geschleppt hat, um mit mir die Schritte vorzumachen - hurra sag ich euch! Danke nochmal an die chicos alemánes, die mich so herrlich ausgelacht haben!

Danach kam der Anfang vom Untergang: Happy Hour. D.h. die Drinks kosten 1000CLP (chilenische Pesos, die aber mit Doller abgekürzt werden?!?!?!?), rund 1,50€. Und Drinks heißt in Chile eigentlich nur Alkohol, da Cola oder Orangensaft nur in der Menge ins Glas kommen, dass das Getränk die entsprechende Farbe annimmt. Was ich auch nur empfehlen kann, wenn man sehr schnell nichts mehr wissen will, ist Pisco Sour, der in Chile massenweise getrunken wird. Also ich konnte keinen Schluck nehmen, ohne nicht das Gesicht zu verziehen. Danach ist aber alles ganz locker. Um es kurz zu machen: wir haben getrunken, und auf der Tanzfläche blamiert, getrunken, bescheurte Fotos gemacht, getrunken...usw. Wirklich taufrisch sah heute niemand aus!

Heimgekommen bin ich dann mit dem Taxi: wieder eine neue Erfahrung! Wir sind ja im Vorfeld schon tausend Mal gewarnt worden, dass Ausländer im Taxi so was von beschissen werden, weil irgendein überteuerter Preis genannt wird und das Taxameter ausbleibt. Wir haben wahrscheinlich so ein Mittelding erwischt mit Taxameter und mittelhohem Preis. Der gute Herr ist solange suchend um die Ecken gefahren, bis er bei meiner Adresse genau den ausgehandelten Fahrpreis auf seiner Anzeige stehen hatte :D kluges Kerlchen! Aber gestern war das dann auch egal. Habe nach ungefähr 10 Scheiben Brot dann auch mal mein Bett getroffen und habe knallhart meine morgendlichen Sprachschulstunden überschlafen (mit Absicht!)...inzwischen gucke ich wieder zu 100% geradeaus, fühle mich aber immer noch ein bisschen belämmert!

Was allerdings cool ist: Gestern hat es richtig geregnet, so dass heute morgen der Smog weg war und man eine so unbeschreiblich geile Sicht auf die Anden hatte. Das sind wirklich riesen Teile Schade, dass meine Ski Sachen doch zu Hause sind!

Habe dafür heute auch endlich eine chilenische SIM-Karte für mein Handy gekauft und bin hier jetzt offiziell erreichbar. Falls jemand Lust auf hohe Kosten hat: 0056 79 281 293

Und damit verabschied ich mich für heute! Gute Nacht!

23.7.10 05:22


La vida cotidiana

So, nach diesem fürchterlichen ersten Eintrag kann ich hier mal die weiße Flagge hissen und Entwarnung geben.

Es ist alles ja doch gar nicht so schlimm! Ich schiebe es einfach ein bisschen auf den Jetlag, die neue Umgebung, ungeahnte Herausforderungen und vor allem darauf, mal so etwas wie auf eigenen Füßen zu stehen :D da bin ich bekanntlich nicht so geübt drin.

Aber mal der Reihe nach. Nachdem der Samstag ja eher ein Trauerbad war und ich fast alle Leute über Skype deprimiert habe (sorry dafür), habe ich mich am Sonntag mit André getroffen, mit dem ich in Frankfurt an derselben Uni studiere. Er ist schon eine Woche länger hier und kannte sich deswegen dementsprechend besser aus. War unendlich froh eine deutsche Stimme real neben mir zu hören. Waren in einer der großen Malls in Santiago. Und groß heißt auch wirklich groß - was ich in Amerika bis jetzt so gesehen habe, ist nicht wirklich viel dagegen. Und es gibt in Santiago unzählbar viele dieser Teile und das für so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann...

Auf jeden Fall hat der Tag mich dann so weit aufgebaut, dass ich das Gefühl hatte, wirklich heil zurückzukommen und die Zeit hier zu überstehen!

Am Montag hat dann meine Sprachschule angefangen, mit der ich recht glücklich bin. Habe einen 30 Stunden Superintensivkurs. Allerdings haben sie mich in einen der höchsten Kurse für Nicht-Chilenen gesteckt, was ich nicht recht verstehe, da alle ziemlich fließend reden und problemlos überleben können, ich aber der Stotterkönig und die Vokabelniete bin :D jedenfalls habe ich die Ehre mit 2 Brasilianern (die noch schlimmer sprechen als alle Chilenen), einem Franzosen, einer Kanadierin und 2 Amerikanern.

Mittags habe ich dann noch 1 1/2 Stunden alleine, was ehrlich gesagt, wesentlich mehr bringt. Allerdings ist es super anstrengend, zu wissen, dass man Sprachen immer noch wie in der 7. Klasse über Vokabelpauken lernen muss. Durch ständiges Hören behält man sich keines der Wörter - ich jedenfalls nicht. Und durch die Berge an Hausaufgaben sind meine Tage erstaunlich kurz geworden. Ich  habe noch keine einzige Sache für die Freizeitbeschäftigung, die ich aus Deutschland mitgenommen habe, in der Hand gehabt!

Habe außerhalb meines Kurses auch so ziemlich alle Stundenten rund um Frankfurt kennengelernt, die momentan in Santiago sind. Sind richtig nette Leute dabei und ich bin wirklich ein bisschen traurig, dass ich am Freitag schon wieder meinen letzten Tag habe. 

Was gibt es sonst Interessantes über Santiago zu sagen? 

Hatte ich schon einmal erwähnt, dass es wirklich kalt ist? :D Sorry, aber das ist ein Thema, über dass sich jeder täglich 5x unterhält. Sogar die Chilenen sagen, dass es ungewöhnlich kalt ist.

Was man beachten sollte, wenn man nach Chile reist: Es spricht keine Socke ein Wort Englisch. Nach der Passkontrolle beginnt ein sprachliches Niemandsland für alle, die nicht hispanohablante sind, also kein Wort Spanisch sprechen. Entweder man ist so tough und es macht einem nichts aus oder man besucht wirklich die richtig touristischen Orte (die ich noch nicht kenne)...aber trotz allem sind die Chilenen ein sehr freundliches und hilfsbereites Völkchen. Außer sie sind Taxi- und Busfahrer

Ansonsten würde ich jeder nicht braunhaarigen Dame dringend zum Haare färben raten, da ich mir wie ein Ausstellungsobjekt vorkomme, weil mich jeder permanent anstarrt. Es gibt hier keine hellhäutigen Menschen, aber ich keine Schwarzen und daher bildet man wirklich ein Highlight. Anfassen wollte mich zum Glück noch keiner (hat mir eine Deutsche heute in der Sprachschule erzählt, es sei ihr passiert!).

In meinem Studentenwohnheim ist es mit dem Anschluss noch etwas schwierig, da alle, die bisher hier sind, sich schon lange kennen, aber diese Woche kommen ja dann noch ein paar neue Gesichter hinzu. Habe die Tage schon einer Studentin morgens um 4 die Tür aufgemacht, nachdem sie eine halbe Stunde geklingelt, weil sie ihren Schlüssel vergessen hatte...meine südamerkanischen Mitbewohner hätten sie wahrscheinlich erfrieren lassen

Was auch etwas befremdlich ist, sind die vielen herrenlosen Hunde auf der Straße. Ich habe ja sowieso Angst vor Hunden, aber wenn man dann mehrer 100m von einem begleitet wird, der ja eigentlich nur etwas zu Fressen will, steigt der Puls doch um Einiges! Verstärkt wird das ganze noch von den unglaublich vielen Tauben, die mein Leid nur verstärken ^^

Durfte feststellen, dass neben der Heizung auch das gesamte Stromnetz kurzfristig mal abschaltet. So habe ich jetzt morgens auch schon im Dunkeln versucht, mich fertig zu machen, zu frühstücken und dann die Fliege zu machen - que malo!

Da mir gerade ein wenig die Augen zufallen und ich morgen auch wieder früh raus muss, ist hier einmal Ende. Wollte eigentlich noch Fotos hochladen, aber das Internet ist sooooooo schnell, dass das wahrscheinlich in 100 Jahren nichts wird - discúlpame.

Schaue noch kurz meinen Handtüchern auf der Heizung zu. Ist zwar verboten, aber ansonsten sind sie in 5 Tagen immer noch nicht trocken - dank an den vollkommen überteuerten Wäschetrockner im Wohnheim!

So weit, gute Nacht: que duerman bien!

21.7.10 04:35


Abschied und der erste Tag

Tja, nun sitze ich hier in meinem Bett, welches der einzige etwas warme Ort ist, den es in meinem Zimmerchen gibt, und weiß nicht so recht, was ich davon halten soll...noch 158 Tage in Santiago.

Aber von vorne: Am Freitag ging es los auf die große Reise. Bin von meinen Liebsten an den Flughafen begleitet worden und durfte mich über viele schöne Abschiedsgeschenke freuen: Tagebücher, Kalender mit Fotos und klugen Sprüchen, Brownies :D und natürlich Friiiiido, den Tiger, freuen. Nach einem tapferen Abschied, jedenfalls finde ich, dass ich tapfer war, ging es dann los Richtung Madrid bzw. erst einmal ging nichts. In Madrid gab es Streik, so dass wir mit einer Stunde Verspätung abgehoben sind und ich meinen Flieger nach Santiago schon ohne mich abheben sah. Nach einem kräftigen Spurt über den nicht wirklich kleinen Flughafen in Madrid, durfte ich dann erfahren, dass mein Anschlussflug mit LAN nach Santiago ebenfalls aus Frankfurt kommt und noch nicht da war. Warum ich jetzt allerdings nicht gleich mit der LAN-Maschine von Frankfurt geflogen bin, weiß auch keiner :D

Und was tut man nicht alles auf 14 Stunden Flug? Habe neben einem Belgier gesessen, der seine chilenische Freundin besucht, die er seit einem Jahr nicht gesehen hat und mit der er seit 6 Jahren eine "Fernstbeziehung" führt...auch solche Sachen gibts. Gott sei Dank war er genauso planlos wie ich, so dass ich dort wenigstens einen netten Gesprächspartner hatte!

Richtig klar geworden, wie schlimm die Trennung von zu Hause für mich wird, ist es mir, als ich Svens schöne Abschiedsworte gelesen habe. Ab da war eigentlich alles vorbei und ich habe schleunigst versucht zu schlafen, um nicht wie ein Schlosshund zu heulen.

Die Einreise nach Chile toppt Amerika noch um Einiges! 3 Formulare im Flieger, 1 Stunde auf die Passkontrolle warten, Gepäck wird mehrere Male gescannt. Dann ging es weiter mit dem Bus zu meiner Unterkunft. Santiago ist schon ein kleiner Kulturschock, wenn man erst durch die Randgebiete fährt. Ich dachte beim Resieführer lesen immer, dass ich in ein wirklich gut situiertes Land reise. Deswegen war die erste Begegnung mit den Slums, auch wenn es nur vom Bus aus war, eher beänstigend. Vor allem, wenn ich bedenke, wie kalt es in meinem Zimmer schon ist!

Im Studentenwohnheim angekommen, war ich erstmal ein wenig enttäuscht. Die vielen Versprechungen der Homepage haben sie nicht ganz getroffen. Gut, Sauberkeit ist für mich verwöhntes Ding so eine Sache. Eine funktionierende Heizung auch. Angeblich soll sie ja bei Temperaturen unter 10°C anspringen. An dieses Märchen glaube ich leider nicht mehr. Mein Thermometer zeigt -1°C an und sie ist kalt :D Dem entsprechend eingepackt sitze ich nun auch hier rum und friere mir einen Ast ab. 

Was sich auch immer noch nicht gelegt hat, sind meine abartigen Bauchschmerzen vor Angst, Nervosität und Heimweh. Ich weiß momentan leider nicht, wie ich diese restlichen 158 Tage überleben soll. Alle hier sind seit mindestens einem halben Jahr in Chile oder kommen aus Chile, so dass ich eigtl. nichts von der Konversation verstehe und selten Antwort geben kann. Da ich selbst nicht so die Kanone im "auf Menschen zugehen" bin, fühle ich mich doch recht einsam. Alle Aufmunterung etc. aus der Heimat hat bis jetzt wenig bewirkt. Ich bin schon immer ein Jammerlappen gewesen, aber ich leide gerade wirklich ein bisschen stark unter mir und der Situation.

Um nicht zu versauern, werde ich jetzt mal losziehen und mir ein bisschen etwas anschauen. Vllt. entstehen so ja auch ein paar schöne Bilder, die ich hochladen kann. Mein Zimmer fotografiere ich mal, wenn es so etwas wie sauber ist und ich ein paar von den Bildern an der Wand habe, die ich mitgenommen habe.

Morgen beginnt dann die Sprachschule. Aber auch dazu habe ich echt wenig Lust. Denke aber, dass es daran liegt, dass ich generell unmotiviert bin, weil ich merke, dass ich mit meinen bisherigen Fähigkeiten nicht weit komme. Das schmerzt sehr!

So, ich hoffe, dass es beim nächsten Mal schönere Neuigkeiten gibt!

Bis dahin alles Liebe <3 

 

 

18.7.10 17:33


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